17 comments on “Bloggertreffen revisited

  1. Danke für die interessante Zusammenfassung und ganz besonders für die Hausaufgabe, die ich für mich im vierten Punkt sehe: Es ist wirklich keine zufriedenstellende Lösung, Milch für alle aufzutischen. Nicht nur wegen evtl. Laktoseunverträglichkeit ;-), sondern auch für die, denen es so geht, wie es dir gegangen ist.
    Ich hoffe nicht, dass ich in meinem Unterricht nur Milch serviere. Die Herausforderung, ein ausgewogenes Nahrungsangebot zusammenzustellen stellt sich immer wieder neu (für jede Klassenstufe anders, jedes neue Schuljahr mit anderen Schülern). Ein fertiges Konzept habe ich dafür nicht, ich probiere aus und versuche zu optimieren. Deine Bemerkungen motivieren mich dafür neu – herzlichen Dank 🙂

    • Dazu noch eine Anmerkung: Irgendwie wäre es sinnvoll, die verschiedenen Zielgruppen zumindest zeitweise mal zu trennen. Keine Ahnung, wie das praktisch möglich sein soll, insbesondere in der Schule. Ich denke da auch eher von den gemeindlichen Sakramentenvorbereitungen her, wo die einen überfordert sind und die anderen sich langweilen.

  2. Wow, spannende Überlegungen! Dies war mehr oder weniger das erste, was ich von der Bloggertagung gelesen hab, bis auf die paar Tweets von Stanislaus und Co.
    Klingt nach einem echt interessanten Wochenende…

  3. Vergelt´s Gott für die interessante Zusammenfassung, die tief blicken lässt, falls ich richtig zwischen den Zeilen gelesen habe.
    Was bin ich froh, dass ich abgesagt habe, obwohl ich einen Platz auf der – damals noch begehrten – Liste hatte.

    • Ne, da muß was Falsches zwischen den Zeilen durchgekommen sein (es sei denn, es wäre meine Übernächtigung gewesen :-)). Das Treffen und vor allem das gegenseitige Kennenlernen war sehr schön. Nur in dieser einen Diskussion am Samstag nachmittag/abend gingen die Emotionen mal hoch. Da ist man aus der Blogoezese schon Härteres gewohnt.

  4. Zustimmung! Ich hatte erst gestern den Eindruck, die Neuevangelisation sei nötig für Katholiken einschließlich Priester und Bischöfe. Schließlich lässt sich selbst der Hl. Vater predigen durch seinen Hausprediger P. Cantalamessa.
    Dein Artikel ist bis jetzt das Aussagekräftigste, was ich über das Bloggertreffen finden konnte, gerade weil er kontroverse Punkte thematisiert.

  5. Herzlichen Dank für diese hervorragende Reflexion!

    „Mindestens genauso wichtig wie “nach draußen zu gehen”, wenn nicht sogar wichtiger, ist es “nach innen zu gehen”.“ Diesen Satz würde ich dreimal unterstreichen, ebenso wie seinen Zusatz: „(aber: das eine tun, ohne das andere zu lassen!)“

    Wenn selbst unter den katholischen Bloggern Fragen auftauchen wie : „Was ist denn Kirche?“ oder „Was ist Wahrheit?“ und zwar als ernstgemeinte Fragen, die einer gewissen Unsicherheit (oder einem Unwissen) über die Lehre der Kirche entsprungen sind, so zeigt das doch, dass eine Thematisierung von „innerkirchlichen“ Inhalten wichtig ist – denn wie sollte man sonst anderen Auskunft geben können, wenn man selbst kein Fundament hat?

    Es ist eben so, „dass wir dabei nicht immer wieder bei Null anfangen müssen“. Was die Kirche zu glauben lehrt, darauf können wir uns verlassen und anderen davon erzählen. Wir brauchen es nicht zu verschweigen oder gar zu verstecken. Wenn WIR davon etwas nicht verstehen, dann liegt das nicht daran, dass die Lehre der Kirche falsch oder dumm oder überholt ist, sondern daran, dass wir es nicht verstehen. Das sollten WIR uns erarbeiten („…mein ganz persönlicher Beitrag zum Jahr des Glaubens?“)

    Genau das ist es, was man als Akt des Glaubens bezeichnet: Die Zustimmung zu dem, was die Kirche zu glauben vorlegt, auch dann, wenn ich es (noch nicht) verstehen kann.

    Arbeiten wir daran!

    PS: Damit das klar ist; auch Ich meine das „nicht in einem arroganten “die sind nicht richtig katholisch”-Sinne“, sondern in brüderlicher (geschwisterlicher) Sorge.

  6. Ad 4: Pech der zu spät Geborenen. Schlag 1970 (+/- 2 Jahre) wurde das auswendig lernen des Katechismus eingestellt, Kirchengeschichte und –recht auf den Müll geworfen. Dafür habe ich im Studium gelernt, die Schüler da abzuholen, wo sie stehen.
    Dass die Schüler anders standen, als da, wo sie abgeholt werden sollten, haben mir Reli-Lehrer in den 80igern berichtet. Schön zu hören, dass 40 Jahre später die Schüler immer noch brennendere Fragen haben, als Antworten in den Seminaren angeboten werden.

  7. Pingback: Sende-Zeit » Bloggertreffen in Freiburg – Rückblick

  8. Beim Lesen (oder ehrlich gesagt: gründlichen Überfliegen) hatte ich ein paar Deja-vus (oder Deja-lits)…

    Bestimmte Fragestellungen setzen sich über die Jahre, leicht verändert, mit anderen Disku- und Kombattenten fort.

    Selber fand ich das Bloggen immer das ideale Hobby für den christlichen „Einzelnen“ – mit allen Vor- und Nachteilen, und mit allen Versuchungen.

  9. Pingback: Früchte des Bloggertreffens in Freiburg 2012 « Nacht des Herrn

  10. Danke für die Zusammenfassung. Das mit dem „interessiert keine Sau“ steht übrigens auch im Konflikt zu meinem Stats. ,-)

  11. Hervorragend! Dankeschön.

    Ich würde gerne den Aspekt der „verdeckten Wirksamkeit“ betonen. Kann man übrigens nochmal steigern, wenn man in den sozialen Nahraum geht (D.h., in die jew. Gemeinde. „Was haben PuLa und die BILD gemeinsam? Keiner liest ’sowas‘, aber alle wissen, was drinsteht!“ 😉 )

    Und für meine alten Augen wäre schwarz auf weiß geeigneter, aber ich weiß schon, warum das bei Dir nicht geht… 🙂

    Gruß

    GL

  12. Der Vergleich mit der Linkspartei hinkt.

    Die Linkspartei ist aus relativ unterschiedlichen Gruppen zusammengesetzt worden. Ich benutze bewusst das Passiv, denn der Wille/Wunsch/die Notwendigkeit, eine Partei schaffen zu „müssen“, welche genug Basis haben sollte, um bei der damals anstehenden Bundestagswahl relevant zu sein, zwängte recht unterschiedliche Gruppen unter einen Hut, die sich wahrscheinlich ansonsten nicht mal an einen Tisch gesetzt hätten weil ihre Berührungspunkte zu klein waren. Als jemand, der in diesen Bereich einen anderen (und vielleicht besseren) als der Grossteil der Blogoszene hat, erlaube ich mir mal ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern
    K-Gruppen
    Ex-SPDler
    Gewerkschaftler
    Umweltbewegte
    Friedensbewegte
    Altfemistinnen (also Frauen, an denen die Entwicklungen innerhalb der Frauenbewegung der letzten grob 20 bis 25 Jahre vorbeigegangen sind)
    ganz viele Betroffene

    Die Linkspartei hat so ziemlich alle aufgelesen, was ihr unterwegs vor die Füsse kam und „gerne mit Politik“ machen wollte.
    Am krassesten fand ich den Versuch, sich massiv in die Drogenszene zu verbreitern (war anscheinend nur lokal) mit Broschüren der Gattung „Drogen sind harmlos, das wird uns nur verschwiegen“.
    Neben diesen Anwandlungen gab es da auch immer noch einen Anteil, der eher bürgerlich-spiessig war und mit Punk&Drogen echt nichts am Hut hatte. Wie man diese Gruppen an einen Tisch kriegen will… ich weiss es nicht, mich wundert eher, dass das so lange gehalten hat.

    Das explodiert dann irgendwann. Mal pufft es irgendwo, dann kann man noch fix wieder zusammenschweissen und alle warten auf den ganz grossen Knall. Ob er bei der Linkspartei kommt- Blogoszese, nicht Cassandras Wahrsagerstübchen!

    Die katholische Kirche oder auch nur die Blogoszese hat nicht den Druck, die Fünfprozenthürde innerhalb von ein paar Monaten überspringen zu müssen.

    Die katholische Kirche ist wesentlich grösser und auch wesentlich behäbiger. Da bewegt sich so schnell nix. Das wird immer als Nachteil gesehen, aber ist das nicht auch ein Vorteil? Man macht halt nicht jeden Kokolores mit, wenn man selber soweit ist, ist die Welle vielleicht schon wieder vorbei. Als neue Partei, die an sich den Anspruch hat, Avantgarde zu sein, muss man immer up-to-date sein.

    Die Blogoszese repräsentiert nur einen Teil des katholischen Spektrums und will nicht alles links von der SPD unter ihre Fittiche nehmen.

    Die Blogoszese muss nicht versuchen, ein äusserst heterogenes Klientel unter einen Hut und dann noch in Einklang mit politischen Alltagsrealitäten zu bringen- sie kann stänkern, fauchen, lachen und wer keine Lust mehr hat, macht den Laptop aus.

    Die Blogoszese hat keine Hauptberuflichen, deren Job an der nächsten Wahl hängt

    Was heisst das alles für eine Neuevangelisierung?

    Man steckt in einer völlig anderen Situation als eine Partei, die gewählt werden will. Man ist freier, seinen Spass zu haben, anzuecken, sich Freunde zu machen, niemand muss sich durch die 234. Sitzung des Liturgieausschusses (oder auch das wöchentliche Partetreffen) sitzen, wer denkt „nicht schon wieder“ klickt einfach weiter oder gibt kurz seinen Senf dazu, je nachdem.

    „Was zählt ist auf dem Platz“- das Internet ist keine Kirchengemeinde. Man kann sich in der Blogoszese kurz Feedback holen wenn man den Eindruck hat, dass es vor Ort (mal wieder) zu bunt zugeht, wenn man nachfragen will wo im Urlaub vielleicht eine Alte Messe stattfindet, man kann Dinge diskutieren, die vor Ort vielleicht nur wenig Interesse finden etc.

    Man kann sich an schönen Bildern erfreuen oder auch zusammen den Kopf schütteln, aber was wirklich zählt ist auf dem Altar, nicht im Netz.

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