Trinität

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In meiner theologischen „Laufbahn“ gab es ab und zu mal „Aha-Erlebnisse“. Momente, in denen ich plötzlich etwas begriffen habe, was vorher gar nicht mal als Frage dastand. Eines dieser Erlebnisse verdanke ich Thomas von Aquins Trinitätstheologie, bei der mir klar wurde, was ein Gott in drei Personen in der Spitze eigentlich meint, nämlich daß die Einheit gerade in der Dreiheit besteht und es gerade keine Einheit ohne die Dreiheit gibt, weil die Beziehungen zwischen den göttlichen Personen gerade das Wesen Gottes ausmachen.

Ein weiteres hat mit der katholischen Dogmatik von Müller zu tun und betrifft die Christologie. Mir war schon klar, daß es gar nicht anders sein kann, als daß Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich war ist (und das ungetrennt und unvermischt usw.). Denn, um es mal mit Sherlock Holmes zu sagen: Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muß das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.

Postitiv zu verstehen, dachte ich, gibt es da aber nichts. Allenfalls die Denkmöglichkeit aufweisen (wie eben bei der Trinität). Wie aber bei Thomas von Aquin in der Trinitätslehre sagte es gegen Ende der Christologie von Müller „klick“ – und das wohl gerade aufgrund des kritisierten Ansatzes, aus der Heilsgeschichte unmittelbar auf die Seinsordnung zu schließen.

Der erste Schritt betraf die Seele Christi. Natürlich war mit klar, daß mit „Seele“ in der Antike was anderes (forma corporis) gemeint war als heute (Aktzentrum). Trotzdem, erst als bei Müller nochmal ausdrücklich stand, daß die zweite göttliche Person nicht die Stelle der Seele im Menschen Jesus einnahm, weder im antiken noch im modernen Sinne von Seele, wurde mir klar, daß ich genau diese unbewußte Vorstellung hatte. Womit im ersten Schritt erstmal die Frage aufgeworfen wurde, die ich mir bewußt nie gestellt hatte: Welche Stelle denn dann?

Der zweite Schritt war komplizierter, und er stand auch nicht ausdrücklich bei Müller drin. Ich glaube, je länger ich drüber nachdenke, war das entscheidende „Klick“ auch gar nicht in der Christologie, sondern in der Gnadenlehre, wo ich dann eins und eins zusammengezählt habe.

Das erste „eins“ war: Eigentlich bleibt doch dann gar nichts mehr übrig, wo die zweite göttliche Person im Menschen Jesus „verankert“ sein kann. Aber sie einfach „drüber“ zu packen, geht auch nicht, denn dann wäre ja wieder der menschliche Wille Jesu auf göttliches Geheiß ausgehebelt. Soweit meine Fragestellung am Ende der Christologie.

Das zweite „eins“ war: Es gibt im Menschen noch einen „Ort“, den ich völlig übersehen hatte, nämlich die göttliche Gnade. Und von der heißt es ja gerade, daß sie den Menschen erst wirklich frei macht, so daß er sich frei für das Gute entscheiden kann, ohne von ihr dazu gezwungen zu werden.

Peng! Genau diesen „Ort“ muß die zweite göttliche Person in Jesus Christus wesenhaft eingenommen haben, also im Unterschied zum „normalen“ Menschen, der der Gnade durch die Sünde verlustig gehen kann, in einer unverlierbaren Weise.

Dieser „Ort“ ergibt dann auch plötzlich Sinn mit „unvermischt und ungetrennt“: Die Gnade ist zwar unterschieden von mir, und zwar so, daß sie sich nicht mit mir vermischt, aber sie ist, zumindest solange ich im Stand der Gnade bin, auch nicht getrennt von mir, also mir rein äußerlich. Boah. Und plötzlich hatte ich eine Art analogia entis für die zwei Naturen Christi…

(Anmerkung: Natürlich ist dieser Vergleich wie alle Analogien, was Gott angeht, sehr begrenzt. Mir hat’s aber wirklich geholfen.)

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Wo ich gerade schon bei „ich habe gerade … gelesen“ bin: Anfang des Jahres habe ich mir endlich Müllers „Katholische Dogmatik“ gegönnt, nachdem sie schon lange im Regal stand.

Das Buch war nicht ganz so eine Qual wie der Psalter, obwohl ich noch länger gebraucht habe (viereinhalb Monate). Insbesondere die ersten 200 Seiten flutschen geradezu. Denn dort beschreibt Müller recht gut auf den Punkt gebracht die Schwierigkeiten, die der neuzeitlichen Philosophie innewohnen und ihre Wurzel im spätmittelalterlichen Nominalismus haben, der den Übergang von einem qualitativen in ein quantitatives Weltverständnis markiert. Hätte ich den Müller früher gelesen, hätte ich mir einige Dinge in meiner Diss leichter machen können, denn dann hätte ich einfach auf Müller verweisen können…

Ab ungefähr Seite 230 flutschte es allerdings nicht mehr ganz so gut. Das liegt möglicherweise daran, daß Müller des öfteren riesige Anläufe nimmt, in denen er nach meinem Verständnis das Pferd von hinten aufzäumt (YMMV). So habe ich mich bis etwa Seite 420 gefragt, ob er jetzt eigentlich in den suborditianistischen, modalistischen oder doketistischen Straßengraben fahren will. Erst nach Seite 400 macht er (von zwei beiläufigen, leicht zu überlesenden Bemerkungen auf Seite 228 und 313 abgesehen) deutlich, daß die „Funktionen“ bzw. „Erscheinungen“ Gottes dem Wesen Gottes entsprechen, daß der Vater, der Sohn und der Heilige Geist subsistente Relationen (= das Wesen Gottes begründende Ursprungsbeziehungen) sind, d.h. Vater, Sohn und Heiliger Geist ist die göttliche Natur.

Womit ich mir in diesem Zusammenhang besonders schwer getan habe (und nach wie vor tue), ist seine Identifikation JHWHs mit dem Vater. Ok, man kann das vielleicht so denken, auch wenn es meinem Denken fremd ist und mich entsprechend auf die suborditianistische Verdachts-Schiene brachte. Und ja, ich erkenne auch an, daß es Müller darum geht, infolge des Rahner’schen Diktums, daß die ökonomische (heilsgeschichtliche) Trinität die immanente (dem göttlichen Wesen innewohnende) Trinität sei, immer bei der heilgeschichtlichen Erfahrung ansetzt.

Was mich jedoch stört, sind Behauptungen, das alles müsse so sein, was ja impliziert, daß man es gar nicht anders sehen könne: „Nur wenn vom AT her gezeigt werden kann, daß JHWH die erste Person der Trinität ist, kann auch die innere Einheit von Schöpfung, Heilsgeschichte und eschatologischer Vollendung […] aufgewiesen werden.“ (228, eigene Hervorhebung)

Daran stören mich, neben der „Alternativlosigkeit“ und der faktisch fehlenden Begründung, zwei Dinge. Denn zum einen reichte es vollkommen aufzuzeigen, daß der dreieine Gott im AT und NT derselbe ist (was mir wesentlich leichter scheint als die Identifikation mit dem Vater – nicht zuletzt, weil die Propheten sich ja wohl unzweifelhaft von JHWH berufen fühlten, das Credo aber davon spricht, daß der Heilige Geist, also die dritte, nicht die erste Person, „durch die Propheten gesprochen hat“; ein Argument, das wohl erlaubt sein dürfte, wenn Müller selbst auf das Credo zurückgreift, um seine Identifikation JHWH=Gott=Vater zu begründen (227), wobei er außen vor läßt, daß „Dominum“ wohl als adonai und damit als JHWH verstanden werden darf).

Zum anderen kann aus logischen Gründen gar nicht vom AT her aufgezeigt werden, daß sich im AT der Vater als JHWH offenbart hat (allenfalls, daß sich JHWH als Vater offenbart hat, aber da läge bereits eine Äquivokation vor, nämlich Vater einerseits als Name eine göttlichen Person und Vater als analog auf Gott angewendeter menschlicher Begriff), da die Kategorien bzw. Namen „Vater“, „Sohn“ und „Heiliger Geist“ als im Neuen Testament wurzelnde und erst in der Tradition klar vorliegende Bezeichnungen für die drei Personen des einen Gottes sich gar nicht im AT finden lassen können. Natürlich kann man vom NT her guckend Spuren der Trinität im AT finden, aber das bedeutet eben gerade nicht, vom AT her aufzuweisen, daß sich JHWH als dieses/r oder jenes/r offenbart hat. Es ist mir ein Rätsel, wie man in und aus dem AT allein überhaupt etwas anderes über das Wesen Gottes aussagen können soll als seine Einheit und Einzigkeit (und alles, was sich daraus ergibt).

Der Kern des Problems an Müllers Vorgehen ist m.E., daß er zwar bei der Heilsgeschichte ansetzt, daraus aber direkt die metaphysische Seinsordnung ableiten will, also das Rahner’sche Diktum zu weit treibt bzw. überinterpretiert im Sinne einer Identität, nicht im Sinne eines „für sich“ und „für uns“, die außerhalb unserer Erfahrung aber zusammenfallen.

Keine Frage, man kann Theologie immer „von unten“ oder „von oben“, d.h. von der Erfahrung der Menschen mit Gott in der Heilsgeschichte oder von der fiktiven Position Gottes her konstruieren, also beim brennenden Dornbusch oder dem Traktat De Deo Uno beginnen. Beide Ansätze haben ihre Vorteile und Schwächen. Müllers Ansatz kombiniert aber jeweils die Schwächen.

Die Theologie „von oben“ hat den Vorteil klarer, zunächst definierter Begrifflichkeiten, riecht dafür aber immer nach menschlicher Hybris, Gott in den Griff zu bekommen und zu sezieren (wie dereinst im Biounterricht den Frosch). Der Ansatz bei der Heilsgeschichte hat demgegenüber den Vorteil, immer gleich den Überschuß mit im Blick zu haben, die Unbegreiflichkeit dessen, der sich da offenbart, birgt aber die Schwierigkeit, die theologiegeschichtlich spekulativ entwickelten Begrifflichkeiten nachträglich auf das aus der Offenbarung gewonnene Gottesbild übertragen zu müssen. Müller vermittelt mir den Eindruck, daß wir aus der Offenbarung heraus Gott in den Griff bekommen können, muß aber trotzdem die klaren Begrifflichkeiten nachträglich in einer Art dogmengeschichtlichen Anhang einführen.

Nochmal konkreter: Wenn Müller zeigt, wie sich Israel altestamentlich als Sohn Gottes verstanden hat, dann lassen sich daraus durchaus gewichtige christologische Einsichten ableiten. Doch wenn diese Kategorie nicht dahingehend verstanden wird, daß sich hier ein Ansatz zum Verständnis des unbegreiflich anderen Verhältnisses Jesu zu Seinem himmlischen Vater bietet, sondern gerade diese Unbegreiflichkeit und der fundamentale Unterschied zwischen „Meinem“ und „eurem Vater“ unter den Tisch fällt, dann kann man das in so vielen verschiedenen Weisen mißverstehen, daß die angestrebte Aussage eigentlich kaum richtig verstanden werden kann:

„Gott ist vielmehr der Eigenname für die völlig voraussetzungslose Selbstmitteilung und Heilwirksamkeit JHWHs, die im Sprachgebrauch Israels und besonders Jesu als Vater angesprochen wird.“ (309)

All diese Schwierigkeiten, die ich da über knapp 200 Seiten hatte und die auch später immer mal wieder durchkamen, verhinderten jedoch nicht, daß ich das Buch im ganzen mit großem Gewinn gelesen habe. Insbesondere, da die Alternativen nun auch nicht gerade überragend sind. Im Gegensatz zu Müller, der einen Gesamtentwurf vorgelegt hat, sind die anderen Dogmatiklehrbücher, die ich kenne, allesamt bunte Zusammenstellungen ganz unterschiedlicher Autoren, so daß es kaum Bezüge über die Kapitelgrenzen hinweg gibt. Falls jemand noch ein andere dogmatische Gesamtdarstellung aus einer Hand kennt, die sich nicht in breiteste Dogmengeschichte mit kurzen systematischen Einschübe ergeht: immer her damit!

Hervorzuheben wäre bei Müller noch eine klare katholische Positionierung in kontroverstheologischen Fragen wie Maria und die Heiligen, der Analogia Entis, der Eucharistie und der Notwendigkeit von guten Werken. Auch wenn man bei der Eucharistie bedauern muß, daß er zwar lang und breit deutlich macht, daß die neuzeitlichen Philosophien aufgrund ihres quantitativen Weltverständnisses ungeeignet sind, um das Geschehen in der Eucharistie zu erläutern, dann aber genau mit neuzeitlichen Kategorien die Eucharistie zu beschreiben versucht.

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Als ob ich es mit meinem gestrigen Posting beschworen hätte, erreichte mich heute über Facebook folgendes Video mit der Bitte, die Fragen des Anrufers richtig zu stellen (Achtung! Massive Kopf-Tischkanten-Gefahr):

Eigentlich kann ich an den Fragen des Anrufers nichts richtigstellen. Die Fragen sind an sich richtig. Nur der Typ am Mikro redet sich um Kopf und Kragen (um das festzustellen reichen 45 Sekunden) und kann sie nicht adäquat beantworten.

Man muß ihm zwar zugute halten, daß auch alles, was ich im folgenden an theologischen Überlegungen wiedergebe, kein exaktes Wissen ist, sondern nur die Demonstration der Denkmöglichkeit dessen, was in der Bibel beschrieben wird. D.h. es muß nicht so sein, wie es sich die Theologie zu erklären versucht (wer hat schon Gott je gesehen?), aber das, was wir glauben, kann logisch widerspruchsfrei gedacht werden. Doch als Katholik kriege ich die Krise bei einem solch naiven Biblizismus, wie er hier zum Ausdruck kommt.

Zum Schriftverständnis

Nach katholischer Lehre ist die Bibel im Kontext ihrer Auslegung durch Raum und Zeit zu lesen. Diesen Kontext nennen wir Tradition und verstehen ihn als gleichrangige Offenbarunggsquelle. Entscheidend ist nicht, was da in der Bibel steht, sondern was in Jesus Christus geschehen ist. Deswegen spricht der Papst auch ständig davon, daß das Christentum keine Buchreligion sei. Im Gegensatz zum Koran ist die Bibel nicht selbst unmittelbar von Gott offenbart, sondern Menschen haben sie als Zeugnis von der Selbstoffenbarung Gottes verfaßt, wenngleich wir glauben, daß sie durch den Beistand Gottes daran gehindert wurden, völligen Schwachfug zu schreiben.

Zur Trinität:

Drei Personen, zwei Hervorgänge, ein Gott. Ein Gott in drei Personen, das heißt jede Person ist ganz Gott, aber eben nur in den Beziehungen zu den anderen Personen; d.h. die Person für sich wäre nicht Gott, wenn sie nicht mit den anderen beiden Personen in Beziehung stünde. Denn in Gott gibt es zwei Hervorgänge: Der Sohn geht aus dem Vater hervor, und der Heilige Geist geht aus dem Vater und dem Sohn hervor. Diese zwei Hervorgänge etablieren die drei Personen: Der Vater wäre nicht der Vater, wenn aus Ihm nicht der Sohn und der Heilige Geist hervorgingen; der Sohn wäre nicht der Sohn, wenn Er nicht aus dem Vater hervorginge und der Heilige Geist aus Ihm hervorginge; und der Heilige Geist wäre nicht der Heilige Geist, wenn er nicht aus dem Vater und dem Sohn hervorginge.

Oder einfacher gesagt: Als Christ glaube ich an einen Gott, der in sich Beziehung, reine, selbstlose Liebe ist. Im Islam hat Gott nur Beziehungen zu seinen Geschöpfen. Aus christlicher Perspektive ist dieses Gottesbild nicht vollkommen, weil Gott hier auf die Beziehung zu seinen Geschöpfen angewiesen ist. Daraus ergibt sich auch eine ganz andere Gottesbeziehung, nämlich (um es mal drastisch auszudrücken) die zwischen Herr und Sklave.

Im Christentum ist diese Beziehung mehr. Auch hier gilt zwar: die Beziehung zwischen dem Schöpfer und Seinem Geschöpf ist durch eine unendliche Unterschiedlichkeit geprägt, wir stehen selbstverständlich auch nicht auf einer Ebene mit Gott. Aber sie ist — durch Jesus Christus — mehr:

„Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15)

Mit anderen Worten: Durch die Menschwerdung des Sohnes läßt Gott den Menschen an Seinem Wesen, das eben in Beziehung, in Liebe besteht, teilhaben — und zwar gnadenhalber. Der Mensch hat weder einen Anspruch noch von sich aus eine Möglichkeit, an dieser Liebe teilzuhaben, sondern muß sich diese Vergöttlichung schenken lassen.

Zum Kreuz:

Jesus Christus war wahrer Gott und wahrer Mensch, da kommt also noch mehr dazu als nur Gott. Zwar sagt man auch, daß Gott am Kreuz gestorben ist, aber da Gott nicht sterben kann (er ist ewig), ist das keine exakte, sondern eine analoge Aussage: Insofern in Jesus Christus der Sohn Mariens und der Sohn Gottes eins sind, kann man von der zweiten göttlichen Person (und damit, s.o., von Gott selbst) sagen, daß sie (und damit Er) in Jesus Christus am Kreuz gestorben ist. Zu sagen, wenn Gott tot ist, dann hätte doch die Welt aufhören müssen zu existieren, setzt Zeitlichkeit in Gott voraus.

Auch hätte Jesus sich machtvoll der Kreuzigung wiedersetzen können. Aber wie hätte das mit Seinem Auftrag zusammengepaßt, den Menschen die Liebe Gottes (s.o.: Kenchte oder Freunde) zu bringen?

Zur Sündenvergebung

Ja, er ist für unsere Sünden gestorben, und ja, auch die Juden, die ihn ans Kreuz gebracht haben, können gerade durch das Kreuz ins Paradies gelangen — aber nicht automatisch, sondern eben durch Annahme des Geschenkes (s.o.). Christus war zu den Juden als Volk gesandt. Trotz einigen Erfolgs hat sich auch ein Teil des Volkes, vor allem die Führungsriege, dieser Sendung widersetzt. Daher ist das Kreuz sozusagen der Plan B Gottes — wie das Geschenk dennoch zu den Menschen, jetzt aber nicht mehr durch die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk, sondern durch die individuelle Annahme des Geschenks in der Taufe, die ein Mitgekreuzigt- und Mitauferstehen mit Christus ist (also genau jene Vergöttlichung durch das Geschenk der Liebe).

Gott liebt jeden Menschen. Das heißt aber nicht, daß Er alles liebt, was der Mensch tut. Gott haßt die Sünde, die im Kern eine Abwendung von Gott ist. Insofern kann man auch sagen, daß Gott den Sünder haßt, insofern und so weit er die Sünde tut, aber ihn liebt, insofern er Sein Geschöpf ist. Gerettet werden kann, wer sich seine Schuld durch Gott vergeben läßt.

Zum alttestamentarischen Gesetz

a) Die Kultgesetze (Reinheits- und Opfervorschriften) sind durch Christus aufgehoben. Das Kreuzesofper (und seine unblutige Vergegenwärtigung in der Messe) haben den mosaischen Kult ersetzt.

b) Die Kollektivgesetze (also die, die das zusammenleben des Volkes Gottes regeln) haben durch die Schaffung des neuen Volkes Gottes (durch das Kreuz: s.o., nicht mehr die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk, sondern die Annahme des Kreuzes ist entscheidend) ihre Grundlage verloren. Hier gehören auch die Strafvorschriften (Wer seine Mutter schlägt, soll des Todes sein) hin. Sie haben aber als Hinweis auf die Folgen der Sünde nach wie vor ihre Funktion („soll des Todes sein“ nicht als Strafvorschrift verstanden, die durch den Menschen umgesetzt werden soll, sondern als Hinweis auf die Folge der Sünde, die einfach unmittelbar aus dem Tun selbst geschieht: die Trennung von Gott, die nach der Offenbarung des Johannes „der zweite Tod“ ist, der ewige, die Tradition nennt diesen Ort der ewigen Gottesferne die Hölle).

c) Die Individualvorschriften wie die 10 Gebote gelten nach wie vor weiter, sind aber in Bergpredigt und Liebesgebot auf eine neue Ebene gehoben. Es geht nicht darum, ihren Wortlaut zu erfüllen, sondern ihren Sinn, der sich eben nicht in der Erfüllung ihrer Minimalforderung erschöpft, sondern eher maximal zu verstehen ist — wie eben in der Bergpredigt:

„Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.“ (Mt 5,21f.)

Zum Peter-Jürgen-Scheiß am Ende

Peter ist auch Peter ohne Jürgen und Jürgen ist Jürgen ohne Peter. Aber Gott Vater ist nicht Gott Vater ohne Gott Sohn und ohne Gott, den Heiligen Geist. Gott Vater ist nicht Gott Sohn und Gott Sohn nicht Gott Vater und Gott der Heilige Geist ist nicht Gott Vater und auch nicht Gott Sohn. Sie alle sind Gott. Der eine nicht ohn den anderen, aber jeder ist in seiner Beziehung zu den anderen beiden ganz Gott. Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

Fazit

Drum sei mir dieses geguttenbergte Zitat erlaubt: Roses are gay, violets are gayer, fuck this bullshit and listen to Slayer. Die haben wenigstens mehr Niveau.

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