12 comments on “Gottesloblieblingslied

  1. „Wenn das Rote Meer Grüne Welle hat“

    ???!?

    das darf doch wohl nicht wahr sein?!? *rofl*

    und ich dachte, der Gipfel der verunglückten Metaphern sei in „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht“ erreicht…

    • Hm, ich habe mir gerade mal den Text zur Grünen Welle angeguckt. Im besten Falle läßt mich das Lied ratlos zurück.

      Das als Rose blühende Brot habe ich allerdings nie als Metapher wahrgenommen.

  2. Das Brot, das sich in Rosen verwandelt fand ich schon immer das gräßlichste Lied im ganzen Gotteslob. Aber es geht ja immer noch ein bißchen schlimmer. Die Nacht ist vorgedrungen rührt mich nicht nur wegen des poetischen Textes und der hervorragenden Vertonung, sondern auch, weil es von dem evangelischen Märtyrer Jochen Klepper stammt, der noch viele andere wundervolle Lieder und Gedichte schrieb, und der zu den Autoren um die „Weißen Blätter“ gehörte. Salve Maria Königin stammt, wie das berühmte O heiland reiß die Himmel auf aus dem Rheinfelsischen Gesangbuch und ist nachdem es aus dem neuen Gotteslob verbannt worden ist, nunmehr Kandidat für die Caecilia. Es ist in der Originalfassung eine vollständige Paraphrasierung des Salve Regina und wird nach dem Rheinfelsischen Gesangbuch im Wechsel mit der feierlichen Version des Salve Regina gesungen. Im Gotteslob fand sich – muß man sagen natürlich ? – nur eine verkürzte und umgedichtete Version. Im Original ist Maria die „Kaiserin“. Werd mich gleich morgen dran machen. Oder übermorgen. Jedenfalls steht es jetzt auf meinem Aufgabenzettel. Segne Du Maria gehört zu meinen Lieblingsliedern, ist vielleicht ein bißchen kitischig, aber es hat vor allem eine anrührende Geschichte, die ich gerne – auch auf Caecilia – erzählen werden. Es gibt was zu tun. Packen wir es an. Ansonsten hört man eigentlich auch Gutes über das Neue Gotteslob.

    • Leider hat mich erst kürzlich die unwissende Müllhalde darüber aufgeklärt, daß ich 13 Jahre lang auf jedem Schulweg nur rund 1 km von Jochen Kleppers Grab entfernt langekommen bin. Bleibt die Frage, warum hat mir das nie einer gesagt? Wußte das keiner?

  3. @Vincentius: hm, wenn das blühende Brot keine Metapher ist, wie mag das wohl zugehen? Ok, wenn ich das Brot ca. zwei Wochen in der Küche liegenlasse, fängt es an zu „blühen“, aber ob wirklich das gemeint ist?

    @Johannes: bei aller Wertschätzung für Klepper und die vorgedrungene Nacht, man muss den Selbstmörder nicht gleich zum Märtyrer machen… uns steht es nicht zu, über ihn zu richten, aber wir sollten doch begrifflich korrekt bleiben.

    • ach so! Na das ist ja so verunglückt formuliert, dass ich das nicht auf Elisabeth bezogen hatte. Die Brote verwandeln sich in Rosen, aber die Brote blühen doch nicht…

      • Deswegen steht doch extra über GL 931 (Berliner Anhang II) „Elisabeth – Caritas“ drüber. 🙂

        Das Brot blüht ja auch gar nicht, sondern es blüht als Rose. Das ist wie „unter den Gestalten von“, nur andersrum.

        • Die blühenden Brote sind schön in Ordnung und, ja, auch die Art Musik gefällt mir durchaus.

          Ich habe mit dem Lied ein einziges Problem. Es ist halt sachlich falsch.

          – Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
          (im 13. Jhdt. geschehen)
          […]
          – dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut
          (richtig)
          – dann wohnt Er schon in unserer Welt
          (richtig)
          – ja dann schauen wir heut schon Sein Angesicht
          –> nein! „das Angesicht Gottes schauen“ ist das, was all das hier noch einmal übersteigt und, von Christus zu Lebzeiten abgesehen, nur den Heiligen im Himmel zukommt. Sorry. Schönes Lied, aber mit nem Fehler.

          • Besser späte Antwort als gar keine:
            Das ist kein dogmatischer, sondern ein poetischer Text, und da steht nicht „ja, dann schauen wir heut‘ schon Sein Angesicht“, sondern „ja, dann schauern wir heut‘ schon Sein Angesicht in der Liebe, die alles umfängt„.

            Es wird also nicht die selige Himmelsschau behauptet, sondern das, was in Mt 25,31-46 Jesus den zu Richtenden antwortet: Was ihr einem Meiner geringsten Brüder (nicht) getan habt, das habt ihr Mir (nicht) getan.

            In der Liebe, die alles umfängt (also der Liebe Gottes), erkenne ich im Notleidenden das Antlitz Christi. Aber eben nicht realiter wie im Himmel, sondern geistlich, im Glauben, eben in der Liebe.

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